Erinnerst Du Dich an die „Ice Bucket Challenge“ aus dem Jahr 2014? Sie wurde ins Leben gerufen, um auf die bis dahin nur wenigen bekannte Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) hinzuweisen. Jeder, der sich vor laufender Kamera einen Eimer Eiswasser über den Kopf schütten ließ und dieses Video auf Social Media postete, durfte drei weitere Personen für diese Aufgabe nominieren. Teilnehmer sollten 10 Dollar spenden, „Verweigerer“ 100 Dollar. Auf diese Weise kam sehr viel Geld zusammen und die Challenge (englisches Wort für Herausforderung) bekam sehr viel positive Aufmerksamkeit. Außerdem waren die kleinen Filmchen lustig anzusehen, wie die Protagonisten kreischten, prusteten, herumzappelten oder wegliefen.

Seitdem gehören Challenges auf vielen Social Media Kanälen zum täglichen Bild. Jeder kann für alle Themen zu solchen Aktionen einladen. Insbesondere im Gesundheits- und Ernährungsbereich sind Veranstaltungen dieser Art Gang und Gäbe, zum Beispiel:

30 Tage Vegan Challenge

10 Tage Fasten Challenge

30 Tage zuckerfrei

30 Tage Plank Challenge 

10 Tage Liegestütz Challenge

Wer sich immer schon mal vegan ernähren oder ausprobieren wollte, ob er mit intermittierendem Fasten (eine 14-16-stündige Zeitspanne, bei der nichts gegessen wird) abnimmt, für den kann eine solche Herausforderung ein erster Schritt in neue Gewohnheiten sein. 

Es macht Spaß, eine Gruppe Gleichgesinnter um sich zu wissen. Der innere Schweinehund ist kooperativer, wenn die Dauer der Herausforderung vorgegeben ist und man sich mit anderen austauschen kann. 

Dennoch möchte ich zur Vorsicht mahnen, wenn es um eine krasse Umstellung von Ernährungsgewohnheiten geht. Weshalb?

In einer Gruppe von Teilnehmern starten nicht alle unter denselben Voraussetzungen. Insbesondere der gesundheitliche Status wird in den seltensten Fällen abgefragt, da eine persönliche Betreuung von vornherein ausgeschlossen ist. Dass jeder auf eigene Verantwortung teilnimmt, ist oft der einzige Hinweis darauf, dass auch mal etwas richtig schiefgehen kann. 

Aber es geht doch nur um Nahrungsmittel? Was soll da schon groß passieren fragst Du Dich vielleicht? Essen ist eben nicht nur Mittel zum Zweck. Etwas, das Du Dir in den Mund schiebst und das nach einer Weile in anderer Farbe und Konsistenz wieder ausgeschieden wird. 

Sehr vorsichtig darfst Du sein, wenn Du zum Beispiel an Diabetes-Typ 2 oder Bluthochdruck erkrankt bist und Medikamente nimmst. Eine Ernährungsumstellung solltest Du nur starten, wenn Dein Hausarzt Deine Blutzuckerwerte und Deinen Blutdruck kontrolliert und Deine Medikamente entsprechend anpasst.