(Aber kein Sport ist unterlassene Hilfeleistung an Dir selbst!)

Bist Du ein Sportmuffel? Dann müsste an Deinem Stuhl oder Deinem Sofa ein Plakat hängen „Sitzen kann tödlich sein“. Vermutlich würde es Dich aber genauso wenig zum Sporteln motivieren wie einen Raucher die fiesen Fotos auf der Zigarettenschachtel veranlassen, Glimmstängeln abzuschwören. Dabei sterben an Bewegungsmangel inzwischen mehr Menschen als am Rauchen. Krass oder?

Womit rechtfertigst Du Deine Inaktivität? Lenkst Du Deinen Blick auf die wenigen Fälle, in denen ein Marathonläufer nach mehr als 40 Kilometern tot im Ziel zusammenbricht? Bestätigt Dich ein so tragischer Vorfall in Deiner Sportphobie? Fürchtest Du eine Sportverletzung, die Dich außer Gefecht setzen könnte? Machst Du Dich lustig über die Menschen, die bei Wind und Wetter an Dir vorbei joggen? Glaubst Du, keine Zeit für sportliche Betätigung zu haben? Nutzt Du Deine Zeit lieber für vermeintlich „wichtigere“ Dinge? Fürchtest Du, Dich zu blamieren und lässt es lieber gleich? Bist Du am Ende eines langen Tages viel zu müde und sinkst lieber auf Dein Sofa? Du kennst Menschen, die nie Sport gemacht haben und trotzdem steinalt geworden sind? Vielleicht bist Du auch in der Schule als „unsportlich“ abgestempelt worden und glaubst diesen Satz heute immer noch? Hast Du Arthrose oder eine andere Krankheit, die Dir Schmerzen verursacht? Möchtest Du Deine Gelenke schonen, eben weil Du Schmerzen hast und fürchtest, es würde durch die Bewegung noch schlimmer werden?

Egal wie Deine Antwort ausfällt – Du hast für Dich eine perfekte Begründung  gefunden, weshalb Sport in Deinem Leben keine Rolle spielt.

Dr Ulrich Strunz hat in einer seiner lesenswerten News mal gesagt, dass sogar ein Patient im Rollstuhl einen Knautschball in der Hand halten und seine Fingerfertigkeit trainieren kann. Zugegeben: eine sehr plakative und krasse Aussage. Aber auch sehr wahr. Bevor Du gar nichts tust, tue ETWAS.

Dass Bewegung gut für uns ist, wissen wir alle. Theoretisch. Genauso wie wir wissen, dass wir uns gesünder ernähren sollten. Also theoretisch. Weshalb tun es dann die meisten nicht? Vielleicht weil wir nicht wirklich aufgeklärt sind? Wir lernen es meistens weder in der Schule, noch von den Eltern, geschweige denn von den Ärzten (Ausnahmen bestätigen immer die Regel)!

 

Was geschieht in Deinem Körper, wenn Du ihn nicht bewegst?

Triglyceride (Fette) steigen in Deinem Blut an, da sie durch Inaktivität nicht abgebaut werden

das „gute“ Fett, das HDL (merken kannst Du Dir das mit „Hab Dich Lieb“) sinkt leider

inaktive Muskelzellen verlieren ihre Mitochondrien (das sind die kleinen Zellkraftwerke, denen Du Deine Energie verdankst)

zudem nimmt die gesamte Stoffwechselaktivität ab

Deine Organfunktionen reduzieren sich, Niere und Leber arbeiten nicht mehr korrekt

Die Funktion Deines Herzens sinkt und mit ihr die Aktivität Deines Immunsystems

Auch Dein Gehirn erhält keine ausreichenden Nährstoffe mehr

Du wirst müde und träge

Muskeln schwinden, da sie nicht benutzt werden, und stellen von Fett- auf Glukoseverbrennung um. Das ist deshalb schlecht für Dich, weil Glukose (Zucker) bei den meisten Menschen aufgrund ihrer Ernährung immer vorhanden ist und Fett, das Du eigentlich abbauen möchtest, gar nicht mehr verbrannt wird.

Dieses Fett findet sich dann im Blut, in Muskeln, im Darm oder in der Leber

Dein Blutdruck steigt, dadurch sinkt die Geschmeidigkeit Deiner Blutgefäße

Dies wiederum trägt dazu bei, dass Deine Gelenke nicht mehr stabil gehalten werden

Bänder an Muskeln und Gelenken trocknen aus, Knorpel sind unterversorgt mit Nährstoffen

Denk mal in diesem Zusammenhang an Deine Bandscheiben und Rückenprobleme, die Du vielleicht hast

Wow! Und die Liste ist noch nicht zu Ende. Übrigens hat die Forschung herausgefunden, dass eine abendliche Sporteinheit nicht ausreicht, um die Risiken stundenlangen Sitzens auszugleichen. Bewegung muss also in den Alltag eingebaut werden. Letztlich geht es nicht nur um das Sitzen im Büro, sondern auch um das abendliche Fernsehen auf dem Sofa. Um bei genauerer Überlegung auch um das Liegen im Bett und das Fahren im Auto. 

Vielleicht möchtest Du mal drüber nachdenken, ob Du Deinen inneren Schweinehund nicht mal überwinden könntest. Vielleicht wirst Du es Dir danken. Sei es Dir wert!